Bio

Yehudi “coatla” ist in Michoacan geboren und wuchs in ihrer Geburtsstadt Morelia, der an die USA angrenzenden Stadt Mexicali und der Hafenstadt Mazatlan auf.

Ihre Annäherung an die Kunst fand in den Werkstätten verschiedener Künstler statt, welche mittels ihrer kreativen Prozesse ihre Erkenntnisse teilten. Nach ihrer Schulausbildung hat sie im Institut Allende Kunst mit Schwerpunkt Malerei studiert, zeigte ihre Werke in mehreren kollektiven und individuellen Bilderausstellungen und gewann im Jahr 2007 einen Preis im nationalen Wettbewerb der Malerei Atanasio Monroy. Später hat sie audiovisuellen Ausdruck in der Universität der Audiovisuellen Medien in Guadalajara studiert.

Doch ihr Interesse liegt nicht ausschließlich in der Kunst, so hat sie ein Studium des Kulturmanagements absolviert um Ihre Betrachtung der Kultur im sozialen Kontext zu vertiefen. Als Teil des Studiums belegte sie ein Auslandssemester in der Javeriana Universität von Kolumbien, wo sie Anthropologie des Körpers und Gender Studies studierte. Diese Erfahrung beeinflusste ihre künstlerische Arbeit, in der verstärkt soziokulturelle Inhalte einfließen. Später hat sie an verschiedenen interdisziplinären Projekten teilgenommen, zum Beispiel „Investigaciones Dialogicas“ im Forschungszentrum für interdisziplinäre Integration von Wissenschaft und Gesellschaft (Fornix von CIESAS).

Als Voraussetzung für ihre Bildproduktion nimmt sie kulturelle Elemente wie Mythen, Erzählungen, Geschichten oder einfach Klatsch als Rohmaterial das sie künstlerisch bearbeitet. Sie entwickelte diverse Aktionen mit der ländlichen Bevölkerung, wie die Sammlung von Mikrogeschichte, die Erstellung eines Archivs antiquarischer Fotografien oder ein Kurzfilm mit einer von Kindern geschriebenen Geschichte, der in der Official Selection International Animation Festival CutOut gezeigt wurde.

border crosser

2015 ist sie nach Berlin gezogen, als Fahnenflüchtige aus der Malerei migriert sie nun zu Illustration und studiert online an der Fakultät von Design und Kunst der UNAM (Nationale Autonome Universität von Mexiko).

Die wiederkehrenden Themen in ihrer Arbeit sind das Merkwürdige, Grenzen und Verbindungen, sowie das kulturelle Gedächtnis. Die Gegensätze, die sie erlebt hat als sie sehr jung war, zum Beispiel in der Grenze Mexiko-USA, Meer und Erde oder die vorherrschende und indigene Kultur, haben ihre Art zu sehen tief geprägt. Als Methode zur Dokumentation und zum Verständnis ihres Umfelds benutzt sie Interviews, Forschung in Archiven, Beobachtung und Zeichnung.

Heutzutage wohnt sie in Berlin-Neukölln, arbeitet als freiberufliche Illustratorin und in persönlichen Projekten als grafische Erzählerin um ihre Erfahrung in Verbindung mit der Stadt zu dokumentieren.